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Beratung anfragen

Prüfen Sie zuerst, ob das Angebot auf einer berechneten Heizlast beruht und ob alle nötigen Arbeiten enthalten sind: hydraulischer Abgleich, Fundament, Elektrik und Zählerschrank. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale hat mehr als 2.000 Angebote ausgewertet – die Preise unterschieden sich teils um bis zu 300 Prozent, die angebotene Heizleistung für dasselbe Haus teils um mehr als das Doppelte.

Veröffentlicht am

Seit Herbst 2024 vergleicht die Energieberatung der Verbraucherzentrale bundesweit Wärmepumpen-Angebote. In ihrer Pressemitteilung vom 23.04.2026 fasst sie die Auswertung von mehr als 2.000 Angeboten aus rund 18 Monaten zusammen:

  • Die Angebotspreise unterschieden sich in einigen Fällen um bis zu 300 Prozent.
  • Bei der angebotenen Wärmeleistung gab es Gebäude, bei denen sich die Angebote um mehr als das Doppelte unterschieden. Eine falsch dimensionierte Wärmepumpe kann zu teuer sein, vorzeitig Mängel zeigen oder das Haus nicht ausreichend warm machen.
  • Der hydraulische Abgleich ist in der Mehrzahl der Angebote enthalten, mit steigender Tendenz.
  • Fundament und Umbau des Zählerplatzes fehlen nicht selten. Wer das nicht erkennt, muss mit mehreren Tausend Euro Mehrkosten rechnen.

Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz hat 160 Angebote aus 09/2025–04/2026 im Detail ausgewertet (Zweiter Check, Stand 07/2026). Ihr Fazit: Höhere Preise können mit vollständigeren Leistungen verbunden sein; besonders günstige Angebote sollten sorgfältig auf fehlende Leistungen geprüft werden.

Gehen Sie jedes Angebot mit diesen Fragen durch. Was nicht schriftlich drinsteht, ist im Zweifel nicht im Preis enthalten.

  • Heizlast berechnet?

    Das Angebot sollte auf einer raumweisen Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 beruhen – nicht auf einer Schätzung nach Wohnfläche oder altem Kessel.

  • Leistung plausibel?

    Liegen zwei Angebote für dasselbe Haus weit auseinander, fragen Sie nach der berechneten Heizlast und der geplanten Vorlauftemperatur.

  • Hydraulischer Abgleich

    Nach Verfahren B, mit Nachweis. Die KfW kann dafür das VdZ-Formular anfordern.

  • Fundament und Aufstellort

    Ist das Fundament enthalten oder „bauseits“? Wo genau steht das Außengerät, wie werden die Leitungen ins Haus geführt?

  • Schall

    Welcher Schallpegel ist am nächsten Fenster der Nachbarn zu erwarten? Die TA Lärm setzt in allgemeinen Wohngebieten nachts 40 dB(A), in reinen Wohngebieten 35 dB(A).

  • Elektrik und Zählerschrank

    Sind Elektroinstallation und nötiger Umbau des Zählerschranks enthalten? Formulierungen wie „bis zum bauseits vorhandenen, geeigneten Zählerschrank“ schließen ihn aus.

  • Zählerkonzept und Netzbetreiber

    Ein Zähler oder zwei? Wer meldet die Anlage beim Netzbetreiber an, und welches Modul nach § 14a EnWG ist vorgesehen?

  • Warmwasser und Speicher

    Sind Warmwasserspeicher und gegebenenfalls Pufferspeicher mit Größe und Preis aufgeführt?

  • Förderfähigkeit

    Liefer- oder Leistungsvertrag mit aufschiebender oder auflösender Bedingung, voraussichtliches Umsetzungsdatum – und wer die Bestätigung zum Antrag erstellt.

  • Rechnung förderfähig

    Die KfW verlangt Rechnungen nach § 14 UStG mit Adresse des Hauses und förderfähigen Kosten, unbar bezahlt.

  • Zahlungsbedingungen

    Wie hoch ist die Anzahlung? Hohe Vorauszahlungen bewertet die Verbraucherzentrale kritisch.

  • Wartung

    Was kostet die Wartung je Termin, und wie oft ist sie vorgesehen? In den ausgewerteten Angeboten waren es 196 bis 452 €.

Auswertung von 160 Angeboten durch die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Manche Leistungen können auch in separaten Unterlagen geregelt sein, die nicht eingereicht wurden.

Wo Angebote oft Lücken haben.
Nicht im AngebotKosten, wenn ausgewiesen (Mittelwert)
Fundament32 % der Angebote1.607 €
Elektroinstallation20 % der Angebote2.767 €
Hydraulischer Abgleich14 % der Angebote1.172 €
Umbau Zählerschrank73 von 160 nicht enthalten, 37 unklar2.806 €
Zählerkonzeptin 90 % ohne Angabenicht ausgewiesen
Förderbedingung im Vertragin 67 % kein PassusRisiko: Verlust der Förderung
Wartungskostennur in 22 Angeboten genannt356 € je Wartung

Quelle: Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, Luft-Wasser-Wärmepumpen – Zweiter Check von 160 Angeboten, Stand 07/2026, Tabellen 3, 5, 7, 8 und 9; Anteile „nicht im Angebot“ als Differenz zu den enthaltenen Anteilen gerechnet. Die Stichprobe stammt aus Rheinland-Pfalz.

  1. Welche Heizlast haben Sie berechnet, und nach welchem Verfahren? Lassen Sie sich das Ergebnis zeigen.
  2. Welche Vorlauftemperatur ist geplant? Sie entscheidet maßgeblich über die Effizienz. Im Feldtest des Fraunhofer ISE erreichten Luft-Wasser-Wärmepumpen im Mittel eine Jahresarbeitszahl von 3,4 (Fraunhofer ISE, 03.11.2025).
  3. Müssen Heizkörper getauscht werden? Wenn ja, welche und warum?
  4. Was bedeutet „bauseits“ in Ihrem Angebot? Alles, was so markiert ist, müssen Sie selbst beauftragen und bezahlen.
  5. Ist der Zählerschrank für die Wärmepumpe geeignet? Wenn nicht: Was kostet der Umbau?
  6. Wo steht das Außengerät, und welcher Schallpegel kommt beim Nachbarn an? Rechtlich zählt der Pegel vor dem nächsten Fenster (Immissionsrichtwerte, Land Berlin).
  7. Steht die Förderbedingung im Vertrag? Ohne sie gilt schon die Unterschrift als Vorhabenbeginn – und die KfW-Förderung entfällt (KfW-Merkblatt 458).

Vergleichen Sie Angebote immer Position für Position, nicht nur den Endpreis. Unabhängige Hilfe bietet der Angebotsvergleich der Verbraucherzentrale. Wie die Förderung abläuft, steht in unserem Ratgeber Förderantrag für die Wärmepumpe, was Angebote im Mittel kosten, unter Was kostet eine Wärmepumpe?.

Wir sehen uns Heizraum, Heizkörper, Aufstellort und Zählerschrank an und berechnen die Heizlast. Danach erhalten Sie ein schriftliches Festpreis-Angebot.

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