Ob eine Wärmepumpe in Ihr älteres Haus passt, entscheidet weniger das Baujahr als die Temperatur, mit der Ihre Heizkörper die Räume warm bekommen. Hier steht, wie Sie das einschätzen – und was hilft, wenn es knapp wird.
Stand:
In vielen Fällen ja. Im Feldtest des Fraunhofer ISE wurden über vier Jahre 77 Wärmepumpen in Ein- bis Dreifamilienhäusern gemessen. Ihre Effizienz hing nicht vom Baujahr der Häuser ab; Luft-Wasser-Wärmepumpen erreichten im Mittel eine Jahresarbeitszahl von 3,4.
Entscheidend ist die Vorlauftemperatur: wie warm das Heizungswasser an kalten Tagen sein muss, damit alle Räume warm werden. Als Ziel nennt die Verbraucherzentrale höchstens 55 Grad – weniger ist besser, denn jedes Grad weniger macht die Wärmepumpe 2 bis 3 Prozent effizienter (Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, Stand 02/2026). Häufig sind ältere Heizkörper großzügig bemessen und schaffen das auch mit niedrigerer Temperatur.
Mit Ihrer jetzigen Heizung können Sie selbst testen, ob die Heizkörper reichen:
- Warten Sie auf einen kalten Wintertag, möglichst unter 0 Grad.
- Stellen Sie die Heizung so ein, dass das Heizungswasser höchstens 55 Grad warm wird – über die Vorlauftemperatur oder die Heizkurve. Die Bedienungsanleitung oder Ihr Heizungsbetrieb hilft dabei.
- Drehen Sie die Thermostate in allen Räumen auf und lassen Sie die Heizung ein bis zwei Tage so laufen.
- Werden alle Räume warm, sind die Voraussetzungen gut. Bleiben einzelne Räume kühl, liegt es meist an einzelnen zu kleinen Heizkörpern.
Der Test ersetzt keine Berechnung. Für das Angebot und für die KfW-Förderung wird die Heizlast Ihres Hauses nach DIN EN 12831 berechnet – das ist eine Fördervoraussetzung (Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz).
Größere Heizkörper
Einzelne zu kleine Heizkörper gegen größere oder spezielle Niedertemperatur-Heizkörper tauschen. Oft betrifft das nur wenige Räume.
Hydraulischer Abgleich
Jeder Heizkörper bekommt so viel Heizwasser, wie er braucht. Ohne Abgleich bleiben entfernte Räume kühl, und die Anlage läuft ineffizient.
Dämmen, wo es sich lohnt
Auch einzelne Dämmmaßnahmen senken die nötige Heizleistung – und damit die Vorlauftemperatur.
Passende Heizkurve
Die Regelung gibt für jede Außentemperatur die passende Vorlauftemperatur vor. Sie wird nach dem Einbau auf Ihr Haus eingestellt.
Einige Wärmepumpen schaffen inzwischen Vorlauftemperaturen bis 70 Grad. Das geht aber immer zu Lasten der Effizienz und damit der Stromkosten (Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz). Meist ist es günstiger, zuerst einzelne Heizkörper zu tauschen oder gezielt zu dämmen. Welche Lösung bei Ihnen passt, sehen wir beim Termin vor Ort; die Voraussetzungen fasst auch die Verbraucherzentrale zusammen.
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